Dienstag, 11. August 2015

Kochsalzlösung

Physiologische Kochsalzlösung (NaCl 0.9%)

Herstellung

1 gestrichener Teelöffel Kochsalz (4 Gramm)
½ Liter Wasser, (evtl. abgekocht für bessere Haltbarkeit)
Vollständig auflösen !
Kühl und sauber (verschlossen) aufbewahren. Etwa 3 Tage haltbar.
In gekauften ähnlichen Präparaten sind oft kleine Mengen Konservierungsmittel beigemischt, welche durch Abtöten der Bakterien die Haltbarkeit erhöhen.
Diese Anweisung ist für normales Speisesalz gedacht. Iodiertes Salz kann gut verwendet werden. Meersalz hat möglicherweise wegen des Gehaltes an Spurenelementen einige Vorteile, ist aber in seiner Dosierung komplizierter. Falls Sie das probieren möchten, so vergleichen Sie den Geschmack mit einer nach obiger Anweisung gemischten Lösung.

Eigenschaften

Sehr mildes Spül- und Befeuchtungsmittel für Wunden und empfindliche Schleimhäute. Falls die Lösung brennt, so ist der Salzgehalt höher oder niedriger (!) als die erforderlichen 9 g/l.
Gewöhnliches Wasser brennt, wenn es in Wunden, Augen, Nase gelangt, da sein Salzgehalt niedriger ist als derjenige meisten Körperflüssigkeiten (Blut, Tränen). Physiologische Salzlösung enthält die körpergerechte (= physiologische) Salzmenge und ist darum milder als Wasser !
Wird diese Lösung getrunken, so gelangt sie besonders rasch ins Blut. Darum ist sie als Mittel um Flüssigkeitsverluste schnell auszugleichen geeignet (z.B. als milde Bouillon für Sportler). Bei anderen Getränken muss der Darm den Salzgehalt vor der Aufnahme ins Blut angleichen.
Die Lösung ist sehr mild und kann keine Allergien erzeugen. Hauptproblem ist, dass darin Bakterien wachsen können und sie darum möglichst frisch sein soll.
Der Lösung können auch Zusätze beigemischt werden. Zur Behandlung von Entzündungen kann Kamillenextrakt sinnvoll sein. Desinfizierende Spülungen brennen weniger (sofern alkoholfrei), wenn das Desinfektionsmittel mit physiologischer NaCl-Lösung verdünnt ist, statt mit Wasser.

Verwendung

Als milde Nasentropfen

Kurze Zeit nach Einträufeln einiger Tropfen wird die Nasensekretion angeregt, auch die Temperatur der Tropfen beeinflusst die Wirkung.

Selbst bei Dauergebrauch keine nachteilige Wirkung. Muss häufig angewendet werden, da es nur kurz wirkt.
Auch für Säuglinge. Damit diese es akzeptieren, zuerst leicht erwärmt anwenden und spielerisch vorgehen, z.B. Tropfen zuerst auf Nasenspitze, später nur an Naseneingang etc. Ermöglicht das Stillen verschnupfter Säuglinge Wirkungseintritt nach einigen Minuten. (Alternative: einige Tropfen Muttermilch.)
Zur Anwendung bei kleinen Kindern ist es vielleicht einfacher, die Tropfen zu kaufen. Dann stimmt die Salzkonzentration sicher. Korrekt selber hergestellte NaCl-Nasentropfen sind aber geschmacklich besser als gekaufte: Die gekauften Tropfen haben oft einen widerlichen Geruch, sei es, dass beim Lagern Apotheken-Gerüche durch das Plastikfläschchen eingedrungen sind, sei es, dass der Gummizapfen des Glasfläschchens einen "chemischen" Geruch abgibt.

Zur Nasenspülung

Regelmässiges Spülen der Nase reinigt die Nase von Staub und verhocktem Schleim. Es fördert durch den milden Kältereiz auch die Tätigkeit der Schleimhaut. Ich empfehle diese Massnahme nach Staubexposition (Arbeit, Reisen, Blütenstaub), bei Schnupfen, Heuschnupfen, chronischen Problemen von Nase und Nasennebenhöhlen.
Zur Nasenspülung wird eine grössere Menge aus einer Schale in die Nase aufgezogen und durch den Mund ausgespuckt. Das geht mit dieser Lösung viel angenehmer als mit Wasser. Die ersten Male ist es etwas schwierig, dann geht es aber für die meisten Leute problemlos (Ähnlich war's ja auch, als Sie Gurgeln lernten.)

Zum Spülen einer Wunde

Jedes Kind weiss, dass Schürfwunden beim Kontakt mit Wasser brennen. Gerade diese Wunden sind aber oft stark verschmutzt und trotzdem ist eine Behandlung durch den Arzt oft nicht nötig, sofern der Schutz beseitigt wird. Abspülen der Wunde und ihrer Umgebung mit physiologischer NaCl-Lösung brennt nicht und beseitigt den Schmutz besser als Bepinseln mit Desinfektionsmitteln. Die Lösung sollte allerdings frisch hergestellt sein oder aus einer sterilen Verpackung stammen. Auch Schmutz in tieferen Wunden kann mit der Lösung heraus gespült werden, was aber dann eher Erfahrung in sachgemässer Wundbehandlung erfordert.
Auch chronische Wunden werden mit Vorteil mit physiologischer Lösung gereinigt, falls ein feuchter Verband angezeigt ist, so eignet sich die Lösung gut dafür und vermeidet Allergisierung.

Zum schonenden Feuchthalten von Geweben

Auch sonst wird die physiologische Lösung verwendet, wenn empfindliches Körpergewebe feuchtgehalten werden muss, beispielsweise auf frischen Brandwunden, Wundflächen, zum Transport von abgetrennten Gliedmassen. Natürlich darf hierzu nur hygienisch einwandfreie Lösung verwendet werden.